siebdruck

Was ist Siebdruck?

Der Siebdruck ist ein Druckverfahren, bei dem die Druckfarbe mit einer Gummirakel durch ein feinmaschiges Gewebe hindurch auf den Bedruckstoff (Papiere, Kunststoffe, Textilien etc.) gedruckt wird. An denjenigen Stellen des Gewebes, wo der Bildvorlage entsprechend keine Farbe gedruckt werden soll, sind die Maschenöffnungen des Gewebes durch eine Schablone farbundurchläßig gemacht worden.

Der Siebdruck wird neben dem Hochdruck, dem Tiefdruck und dem Flachdruck (Offsetdruck) auch als Durchdruck bezeichnet.

Das Druckprinzip

Die Druckform des Siebdrucks besteht aus einem Rahmen und einem Gewebe, welches auf den Rahmen aufgespannt ist. Auf das Gewebe wird fotografisch (bei künstlerischen Arbeiten manchmal auch von Hand) eine Schablone aufgebracht. Die Schablone verhindert an denjenigen Stellen des Druckbildes, die nicht drucken sollen, den Farbauftrag.
Die Druckform wird in einer Druckmaschine über dem Bedruckstoff (Papier, Kunststoffe etc.) befestigt. Nun wird die Druckfarbe auf das Siebgewebe aufgetragen und mit einer Gummirakel durch die offenen Stellen der Schablone auf den Bedruckstoff gestrichen (gerakelt). Die Farbe fließt dabei durch die Siebmaschen und wird auf die Bedruckstoffoberfläche aufgetragen. Damit sich das Gewebe unmittelbar nach dem Druckvorgang wieder aus dem gedruckten Farbfilm löst, muss zwischen dem Gewebe und dem Bedruckstoff eine Distanz von wenigen Millimetern bestehen ("Absprung"). Ohne diesen Absprung würde der Bedruckstoff am Gewebe kleben bleiben. Nach dem Druck wird das bedruckte Material der Maschine entnommen und zum Trocknen ausgelegt.

Funktionsprinzip des Siebdrucks

Der handwerklich-industrielle Siebdruck gehört zur Gruppe des so genannten Durchdruckverfahrens. Die Druckform (Schablone) des Siebdrucks besteht aus einem Rahmen mit einem aufgespannten Gewebe. Teile des Gewebes sind abgedeckt (die Sperrschicht besteht aus einer belichteten, fotosensiblen Schicht). Die zu druckenden Teile sind offen und für die Farbe durchlässig. Das Ganze wird dann als Schablone, Drucksieb oder Druckform bezeichnet.

Die Farbe wird auf das Gewebe gebracht und mit einer Flutrakel gleichmäßig verteilt. Die Farbübertragung auf das Druckgut erfolgt dann mit der Druckrakel, die unter Druck über die Schablone geführt wird.

Über Druck nach unten wird der Absprung überwunden (Abstand zwischen Druckgut und Schablone). Die Druckrakel erzeugt eine Kraft, mit der sich die pastenförmige Farbe an der Rakelkante in eine flüssige Form umwandelt. Man nennt dies das Rheologieverhalten der Druckfarbe - sie wird durch Druck flüssig und erstarrt sofort wieder, wenn der Druck nachlässt.
Auf diese Weise fließt die Farbe durch die offenen Gewebemaschen und wird vom Druckgut aufgenommen. Anschließend löst sich die Schablone direkt hinter der Druckrakel durch den Absprung wieder aus der Farbe. Die übertragene Druckfarbe geht dann sofort wieder von der Flüssigphase in die pastöse Form zurück. Die fest gewordene Farbe verläuft daher nicht und tropft auch nicht vom Sieb. Das Druckbild ist sauber und klar.